Behandlungsangebot

Wir bieten Kindern und Jugendlichen, bei denen der Verdacht auf eine Essstörung besteht, eine schnelle diagnostische Abklärung an. Im Rahmen der Diagnostik finden Einzel- und Familiengespräche, testpsychologische Untersuchungen und in Kooperation mit niedergelassenen Kinderärzten pädiatrisch - internistische Untersuchungen statt.

Die weitere Behandlung wird nach Abschluss der Diagnostik gemeinsam mit den Betroffenen und den Familien individuell vereinbart. Das Angebot der Essstörungsambulanz umfasst als Basis immer Einzel- und Familiengespräche, Ernährungsberatung und regelmäßige Gewichtskontrollen. Alle weiteren therapeutischen Schritte wie z.B. Videofeedback/ Interaktionstraining oder eine medikamentöse Behandlung werden spezifisch für jeden Betroffenen vereinbart. Daneben arbeiten wir vorbereitend für eine möglicherweise notwendige tagesklinische oder vollstationäre Behandlung. Neben der Behandlung der Essstörung werden auch begleitend auftretende kinder- und jugendpsychiatrische Erkrankungen behandelt. Kinder und Jugendliche, die nicht primär an einer Essstörung erkrankt sind, können durch die Institutsambulanz der Tagesklinik weiterbehandelt werden.

Ein wichtiges Anliegen ist für uns eine langfristige Begleitung der Betroffenen und ihrer Familien, die nach einer Phase der Akutbehandlung stattfindet. Die erfolgreiche Behandlung von Essstörungen dauert erfahrungsgemäß 4 - 6 Jahre und kann einen sehr wechselhaften Verlauf zeigen. Hier ist es für die Betroffenen und Familien entlastend und wichtig, über einen längeren Zeitraum feste Ansprechpartner zu haben, welche die Betroffenen und die Familie gezielt unterstützen können. In der Behandlung von Essstörung reicht nach einer anfänglich intensiveren Therapie bei vielen Betroffenen eine ambulante Behandlung, dennoch kann es im Rahmen von belastenden Lebenssituationen zu Rückfällen in alte Verhaltens- und Denkmuster kommen. Diese sind kein persönliches Versagen, sondern Ausdruck von noch nicht ausreichend stabilen alternativen Bewältigungsstrategien. Um möglichst frühzeitig reagieren und einen schweren Rückfall zu verhindern, ist uns ein verbindliches Krisen- und Rückfallmanagement sehr wichtig. Dieses umfasst in erster Linie die Möglichkeit, flexibel kurzfristig engmaschige Termine in der Sprechstunde wahrnehmen zu können. Diese können in der Essstörungsambulanz als auch virtuell via Skype, Facetime o.ä. erfolgen. In den Terminen werden u.a. bereits erarbeitete psychotherapeutische Strategien aktualisiert als auch gezielt Lösungs-/ Bewältigungsstrategien für die aktuelle Lebenssituation erarbeitet. Daneben erfolgt Gewichtsmanagement in Form von regelmäßigem Wiegen und Essensplänen. Sollte dieses nicht ausreichend sein, können intensivere Behandlungsmöglichkeiten in Form einer tagesklinischen oder stationären Behandlung veranlasst werden.